Fahrzeugbau

Die Geschichte des Fahrzeugbaus ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Das Rad, aus heutiger Sicht eine ganz simple Erfindung, ermöglichte es dem Menschen, flexibel zu sein. Erstmals konnte er größere Entfernungen und das auch schneller als in Schrittgeschwindigkeit zurückzulegen. Damit ist die Wiege des Fahrzeugbaus entstanden. Von nun an war der Mensch imstande, Waren über eine größere Entfernung zu transportieren. Nicht ohne Grund gehörten die Rad- und Karrenhersteller in allen Gesellschaftsordnungen zu den ehrbarsten und angesehensten Mitgliedern. Die Technische Revolution im ausgehenden 18. Jahrhundert ermöglichte auch dem Fahrzeugbau völlig neue Entwicklungsrichtungen. Jahrhundertelang bildeten dann Kutschen und Pferdefuhrwerke das wichtigste Transportmittel. Das Wegenetz war nur sehr unvollkommen, das Tempo mäßig, von Komfort nicht zu sprechen, kurzum, eine mehr als unbequeme Art zu reisen.

Fahrzeugbau im Laufe der Geschichte

Die Erfindung der Dampfmaschine war gleichzeitig die Geburtsstunde des Schienenfahrzeugbaus. Es wurden nicht nur Lokomotiven, sondern auch Güter- und Personenwagen benötigt. Nach dem wichtige Ballungszentren durch Schienen verbunden waren, konnten Güter in bisher nicht gekannter Menge quer durch Europa befördert werden. Die Verteilung der Waren erfolgte aber immer noch durch Pferdefuhrwerke. Wieder waren es zwei technische Erfindungen, die dem Fahrzeugbau neue Impulse gaben, die Erfindung der Verbrennungsmotoren durch Nikolaus Otto (1862) und Rudolf Diesel (1893). Sahen die ersten Fahrzeuge noch wie motorisierte Kutschen aus, hatte sich doch recht schnell ein neuer Industriezweig entwickelt, der Straßenfahrzeugbau.

Fahrzeugbau und seine Pioniere

Ein Pionier des Fahrzeugbaus war der amerikanische Ingenieur Henry Ford. Er gründete 1903 die Ford Motor Company und baute mit dem T- Modell das erste an einem Fließband hergestellte Serienauto. Mit dieser für damalige Verhältnisse revolutionären Fertigungsmethode schuf Ford die Grundlage für den heutigen Straßenfahrzeugbau in Weltkonzernen. Gleichzeitig erhielten seine Arbeiter sehr hohe Stücklöhne. Mit der guten Bezahlung wollte Ford eine breite finanzielle Mittelschicht in der Bevölkerung schaffen, die sich seine Autos leisten Konnten. In Europa bauten fast zeitgleich 1886 Carl Benz einen dreirädrigen und Gottlieb Daimler einen vierrädrigen motorisierten Wagen. Beide Fahrzeuge waren damals der Kutsche nachempfunden. Diese beiden Gefährte legten den Grundstein des heutigen Weltkonzerns Daimler- Benz. In der Gegenwart ist der Bau von Straßenfahrzeugen in der Hand einiger weniger internationaler Konzerne. Zum Volkswagenkonzern gehören zum Beispiel VW, Audi, VW- Nutzfahrzeuge (alle aus Deutschland), Skoda (Tschechien), Seat (Spanien), Lamborghini (Italien), Bentley (Großbritannien), Bugatti (Frankreich) sowie Scania (Schweden). Der Mobilität gehört die Zukunft. Deshalb wird der Fahrzeugbau die momentane Rezession überwinden. Die Verknappung aller Ressourcen sowie der fortschreitende Klimawandel werden an den Fahrzeugbau der Zukunft völlig neue Anforderungen stellen. Vor allem neue alternative Antriebskonzepte werden gefragt sein. Jedoch wird der Fahrzeugbau auch zukünftig nicht ohne Versicherungen und Kredite auskommen.